Katastropheneinsatz der DLRG Blaibach - Schneeschaufeleinsatz in Grafenau

Bis an die Grenzen der Belastbarkeit gingen die Mitglieder der Blaibacher DLRG, die am Wochenende vom 11.-12. Februar in die niederbayrischen Katastrophengebiete geholt wurden. Die Mitglieder der Schnelleinsatzgruppe wurden am Samstag gegen 11.30 Uhr alarmiert und rückten mit ihrem Einsatzfahrzeug kurze Zeit darauf in Richtung Freyung-Grafenau ab.

In Hengersberg war der Bereitstellungsraum für die Schnelleinsatzgruppen des Wasserrettungszuges I der oberpfälzer DLRG. Beim Autohof in Hengersberg wurde durch den Zugführer Klaus Dimpfl aus dem Ortsverband Furth im Wald die erste Lagebesprechung mit den angerückten SEG’s durchgeführt. So wurden die insgesamt 33 angerückten Wasserretter aus den Ortsverbänden Blaibach, Furth im Wald, Regensburg und Stiftland vom verantwortlichen Zugführer Dimpfl in die Ausgangslage eingewiesen. Nach dem der erste Auftrag telefonisch vom örtlichen Einsatzleiter erteilt war, machte sich der Wasserrettungszug auf den Weg nach Grafenau zu einem Fabrikgebäude, welches von den Schneelasten zu befreien war. In Grafenau angekommen, verschaffte sich unser Zugführer in Verbindung mit dem Firmeneigentümer einen ersten Überblick über die Gegebenheiten auf diesem Dach: besondere Gefahrenquellen, Sicherungsmöglichkeiten, Schneehöhen, Absturzhöhe, .....

Nach kurzer Einweisung und nochmaliger Sicherheitsbelehrung machten sich die Einsatzkräfte auf, die Schneemassen mittels Schaufeln und einer geliehenen Schneefräse vom Dach zu räumen. Die durchschnittliche Schneehöhe auf dem Fabrikdach betrug ca. 110cm, im Bereich von Verwehungen auch schon mal 180cm. Besonders gesichert wurden hierbei die Kameraden, welche in unmittelbarer Absturzgefahr an den Dachkanten arbeiteten. Nach etwa 4 ½ Stunden konnte unser Zugführer an die Einsatzleitung den erfolgreichen Abschluß des ersten Einsatzauftrages melden. Die 33 eingesetzten Kräfte befreiten ca. 650m² Dachfläche von der weißen Last.

Dankbar nahmen wir die vom Bayer. Roten Kreuz bereitgestellte Verpflegung in Empfang und konnten nach einer kurzen Nachbesprechung dieses ersten Auftrages auch den Dank des Firmeninhabers entgegen nehmen. Gegen 21.30 Uhr rückten wir zur nächsten Einsatzstelle, der Fa. AMF-Knauf, auch in Grafenau gelegen, ab. Hier galt es, die Verladehalle mit einer Dachfläche von etwa 1400m² vom Schnee zu befreien. Nach einer kurzen Einweisung unseres Zugführers durch den Betriebsleiter der Firma, machten wir uns an die Arbeit und errichteten zunächst die mitgeführte Beleuchtung auf dem Dach. Die Schneehöhe betrug auf diesem Dach etwa 100- 150cm. Als Unterstützung kam kurz vor Mitternacht der Wasserrettungszug aus dem DLRG-Bezirk Alpenland mit einer Stärke von etwa 30 Mann.

Die Alpenländer wurden allerdings gegen 01.00 Uhr vom WRZ aus Oberbayern abgelöst, der ebenfalls in Niederbayern im Einsatz war. Die Kameraden aus Oberbayern rückten dann so gegen 02.30 Uhr ab, so daß wir das Dach der Verladehalle wieder alleine für uns hatten. Besonders der Umstand, daß die Dachfläche nach einer Giebelseite hin mit einer Attika / Vorbau versehen war, über die wir die Schneemassen nicht in die Tiefe verfrachten konnten, machte sich kräftemäßig bemerkbar. Wir mußten den Schnee im ungünstigsten Fall über eine Länge von fast 70m über das Dach bewegen, um dann Schritt für Schritt die weiße Pracht über die Dachkante zu befördern.

Die große Dachfläche und auch die fortgeschrittene Zeit machten uns zu schaffen. Dennoch konnten wir gegen 05.00 Uhr an die Einsatzleitung im Landratsamt Freyung melden: “Auftrag ausgeführt”. Nach kurzer Pause und einer weiteren kleinen Brotzeit machten wir uns müde und erschöpft auf den Rückmarsch. Beendet war dieser, für uns erste Einsatz bei einer solchen Katastrophe mit dem Einrücken des Einsatzfahrzeuges in der Garage gegen 06.30 Uhr. Nachdem am darauffolgenden Tag auch noch die Gerätschaften gereinigt und einsatzbereit waren, konnten wir uns bei der Rettungsleitstelle wieder “Einsatzklar” melden.